Die Pflegegrade werden durch ein Punktesystem (1-100 Punkte) bestimmt, das auf der Selbstständigkeit und den Fähigkeiten der pflegebedürftigen Person basiert. Der Medizinische Dienst verwendet Fragestellungen und Faktoren, um den Pflegegrad zu errechnen, damit die Leistungen speziell auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten werden können. Hier sind die Pflegegrade und ihre jeweiligen Merkmale:

  • Pflegegrad 1: Geringe Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten
  • Pflegegrad 2: Erhebliche Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten
  • Pflegegrad 3: Schwere Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten
  • Pflegegrad 4: Schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten
  • Pflegegrad 5: Schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Um den Pflegegrad zu bestimmen, orientiert sich der Medizinische Dienst an bestimmten Kriterien:

  • Mobilität: Wie frei kann sich die Person bewegen (aufrechtes Sitzen, Gehen, Positionsveränderungen im Bett)?
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten: Kann die Person Entscheidungen treffen, Orte und Personen erkennen, komplexe Handlungen ausführen?
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen: Zeigt die Person auffälliges Verhalten (motorisch, aggressiv) oder leidet sie an Ängsten, Wahnvorstellungen oder Depressionen?
  • Selbstversorgung: Kann die Person noch selbstständig die Körperpflege, das An- und Auskleiden, die Ernährung usw. bewältigen?
  • Umgang mit krankheits-/therapiebedingten Anforderungen: Wie viel Unterstützung benötigt die Person bei krankheitsbedingten Aufgaben wie Medikamentengabe oder Verbandswechsel?
  • Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte: Kann die Person ihren Tagesablauf selbstständig gestalten und an Veränderungen anpassen? Hat sie normale soziale Interaktionen mit anderen Menschen?